KONF.10.1 — Grundkonfiguration für Anwendungen
Konfiguration für Anwendungen SOLLTE eine Grundkonfiguration dokumentieren.
Eine Grundkonfiguration (engl. baseline configuration) bezeichnet in diesem Kontext einen dokumentierten Ausgangszustand einer Anwendung, der sowohl funktionale Anforderungen als auch sicherheitsrelevante Einstellungen berücksichtigt. Sie umfasst unter anderem Parameter wie Benutzerrechte, Logging-Einstellungen, Schnittstellenaktivierungen oder Verschlüsselungsoptionen und bildet damit die Referenz, auf die spätere Anpassungen zurückgeführt oder überprüft werden können. Fehlt eine nachvollziehbare Grundkonfiguration, könnte es bei Updates, Migrationen oder im Incident-Fall zu schwer erkennbaren Abweichungen kommen, die unerwünschte Sicherheitslücken hinterlassen. Eine klare Dokumentation kann dagegen die Nachvollziehbarkeit erhöhen, unerwünschte Änderungen sichtbar machen und den sicheren Betrieb der Anwendung unterstützen. Zur praktischen Umsetzung kann die Institution eine dokumentierte Konfigurationsvorlage entwickeln, die sowohl Herstellerempfehlungen als auch anerkannte Empfehlungen des BSI oder aus Benchmarks wie die des Center for Internet Security (CIS) berücksichtigt. Die Sicherheit von Anwendungen ist in besonderem Maße kontextbezogen: So könnten z.B. über E-Mail oder Messenger hoch vertrauliche Daten ausgetauscht werden oder auch öffentliche Informationen. Daher ist hier eine Vertiefung der Risikoanalyse empfehlenswert, die sich an der Verwendung der Anwendungen in Geschäftsprozessen orientiert. Dabei besteht ein enger Bezug zu Compliance-Anforderungen, zum Beispiel an finanzielle Transaktionen oder den Datenschutz, je nachdem welche Datenverarbeitungen mit der Anwendung vorgenommen werden.
| Name | Value |
|---|---|
| target_object_categories | Anwendungen |
| documentation | Konfigurationshistorie |
| result | eine Grundkonfiguration |
| action_word | dokumentieren |
| modal_verb | SOLLTE |
| Name | Value |
|---|---|
| alt-identifier | 23571325-0e60-4d28-96e1-ed57f794f790 |
| sec_level | normal-SdT |
| effort_level | 3 |
- KONF.10.1.1 Versionierung der Anwendungskonfiguration
{
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"prose": "Konfiguration für Anwendungen SOLLTE eine Versionierung vorheriger Konfigurationen verankern."
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"prose": "Die Versionierung bezeichnet hier die strukturierte Nachvollziehbarkeit von Änderungen an Konfigurationen, also das Speichern, Dokumentieren und bei Bedarf Wiederherstellen älterer Zustände einer Anwendung. Sie unterscheidet sich von einem einfachen Backup dadurch, dass nicht nur eine Kopie vorliegt, sondern explizit eine fortlaufende Historie mit Vergleichen, Rücksetzpunkten (rollback points) und optional Kommentaren geführt wird. Der Zweck liegt darin, dass eine ungewollte oder fehlerhafte Anpassung an einer Anwendungskonfiguration im Betrieb schnell erkannt und – wenn erforderlich – präzise auf einen definierten, funktionsfähigen Zustand zurückgesetzt werden kann. Ohne diese Rückgriffsmöglichkeit könnte ein Konfigurationsfehler den gesamten Dienst außer Betrieb setzen, während eine Versionierung die Verfügbarkeit und Nachvollziehbarkeit stärken kann. Zur Umsetzung kann eine Institution technische Verfahren einsetzen, die eine automatische Ablage und Historisierung von Konfigurationsdateien unterstützen, beispielsweise durch (1) den Einsatz verteilter Versionskontrollsysteme wie Git oder Subversion (SVN) für textbasierte Konfigurationsdateien, (2) integrierte Konfigurationsarchivierung in gängigen Deployment- oder Container-Tools, oder (3) systemseitige Snapshot-Mechanismen, die gezielt für Konfigurationsverzeichnisse genutzt werden."
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"title": "Versionierung der Anwendungskonfiguration"
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